Sebastiao Salgado: Genesis

Sebastiao Selgado ist Fotograf im wahren Wortsinn: Im Altgriechischen bedeutet „photos“ Licht  und „graphein“ heisst schreiben. Er beschreibt uns die Natur mit Licht. Auf seinen ausgedehnten Reisen an die verlassensten Punkte der Erde, an die Polarkreise, in die tropischen Regenwälder, in Savannen und Wüsten komponiert er überwältigende Naturbilder.

Und dies alles in Schwarz-Weiss-Fotografien. Er besuchte auch indigene Völker, deren Brauchtum und Kultur nur wegen ihrer Isolation überlebt. In einer Ausstellung im Museum für Gestaltung sind Fotos der letzten zehn Jahre seines Schaffens zu bewundern.IMG_3382 Im Dokumenarfilm “ Das Salz der Erde“ von Wim Wenders lernen wir den Werdegang von Sebastiao Salgado kennen. Er wurde 1944 in Brasilien geboren, studierte Wirtschaft  und emigrierte der politischen Unruhen in seiner Heimat wegen Anfang der siebziger Jahre mit seiner Frau Lélia nach Paris. Dort startete er seine Karriere als professioneller Fotograf. Deshalb verliess er seine Frau und den kleinen Sohn jeweils für viele Monate. Diese Reisen waren von vielerlei Entbehrungen gezeichnet. Dafür brachte er Fotos von epischer Wucht zurück. So wie das Titelbild eines Eisbergs im Weddel-Meer in der Antarktis.

Obwohl  seine monumentalen Naturbilder eine grosse Ruhe ausstrahlen, sind  darin meistens Bewegungen auszumachen, die der Tiere. Ob Zügelpinguine, Seelöwen, Leoparden, Kaimane.IMG_3402IMG_3403

 

Selgado ist ein Meister der Wirkung. Er weiss genau, wie er das Majestätische der Natur in seinen Fotos einfangen kann. Und dann hat er Bilder von Gegenden festgehalten, die uns Normalsterblichen verschlossen sind. Das macht die grosse Faszination dieser Ausstellung aus.  Mit seinen ästhetisch überhöhten Bildern der Welt bezweckt er eindeutig einen missionarischen Auftrag an uns: Unseren kostbaren Planeten zu retten und schützen.

In seinen Bildern von indigenen Völkern versucht er wohl, uns deren Lebensumgebung mitzuteilen. Wobei sich hier eben bemerkbar macht, dass er kein Ethnologe sondern Fotograf ist. Es kommt mir beinahe ein bisschen voyeuristisch vor, die Menschen bloss abzulichten. Mir fehlen die Hintergründe dieser uns fremden Zivilisationen.

Gerne hätte ich dazu mehr Informationen gehabt. Warum perforieren sich nur die Mursi Frauen in Aethiopien die Unterlippe mit diesen grossen Platten?

Warum stossen sich die brasilianischen Zo’é als Initiationsritual diese dicken, hölzernen Pflöcke durch Unterlippe und Kinn? Warum gibt es mehr Abbildungen von nackten Frauen?

 

Und ganz sicher bin ich mir nicht, dass es tatsächlich keinerlei Artefakte unserer Kultur dort gibt wie Plastikgegenstände, Kleiderfetzen, technische Geräte etc. Falls dem so wäre, wären einige dieser Abbildungen stark inszeniert.IMG_3406

Trotz meiner Kritikpunkte ist die Aussage der Ausstellung, unsere unberührten Landschaften und Meere und die Lebensräume uralter Gemeinschaften zu schützen, selbstverständlich unterstützenswert. In seinen besten Bildern zeigt uns Sebatiao Salgado die überwältigende Schönheit unserer aller Erde.

 

 

http://www.museum-gestaltung.ch

 

 

 

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