Mode: Dekonstruiert

Gottfried Keller hat schon im 19.Jahrhundert bemerkt : „Kleider machen Leute“. Und in unserer Gesellschaft, in der sich die Geschlechterrollen auflösen, kann und soll die Mode sich nicht mehr eindeutig abgrenzen in weiblich oder männlich.

Aber Leute machen auch Kleider. Eine spannende Auswahl von acht Modedesigner*innen, die jegliche Scheuklappen in Sachen Abgrenzung verloren haben, kann im Museum für Gestaltung bewundert werden.

Kleidungsstücke haben schon seit langer Zeit nicht mehr nur die Funktion des Schutzes vor Wind und Wetter. Mode genannt, werden sie zur Zugehörigkeit und Abgrenzung von anderen Menschen genutzt. Bis heute sind erstaunlich hartnäckige Normen erhalten geblieben, denken wir an die Farben der Babykleidung und dass, zumindest im Geschäftsleben, Männer keine Röcke tragen. Oder habt ihr schon mal einen Banker in den wunderbar pinken, weitschwingenden Röcken und Kostümen von SANDRA KURATLE gesehen? Ich kann mich noch gut erinnern, als sie vor fast dreissig Jahren  bereits  Männerröcke in grosser Vielfalt entworfen hat. IMG_5867

In verschiedenen Kulturen sind Röcke für Männer durchaus zu sehen wie als Schottenröcke, Talare ( in den Kirchen, Gerichten etc.), Kaftanen. Und doch hat sich diese Genderless Fashion im Alltag noch kaum durchgesetzt.

RAMI SHALATI beschäftigt sich mit diesen Bildern der Maskulinität. Er versucht, das gängige Klischee des Mannes zu hinterfragen und möchte Genderless Fashion entwerfen, die eine  eher queere Aesthetik  bekräftigt.IMG_2239

 

JULIAN ZIEGERLI betont in seinen Schnitten und Stoffen die Körperlichkeit. Er vesteht die Kleidung als zweite Haut. Den Fotografen Walter Pfeiffer hat er  veranlasst, nackte, queere Körper  zu fotografieren und diese Bilder als Prints auf den Stoffen verwendet. So spielt seine Mode mit den Zuständen bekleidet sein und gleichzeitige Nacktheit.

JACQUELINE LOEKITOS gestalterische Intention ist das Untergraben jeglicher Stereotypisierung.  In einem Video können ihre Drapierungen und grobmaschigen Strickwaren in Tüll und Samt an einem männlichen Modell bewundert werden. Sie zelebriert eine geschlechtslose Kollektion für jede Körperform.IMG_5887

Und darum geht es auch den anderen Designer*innen dieser Ausstellung: Den Möglichkeitsraum der Mode zu hinterfragen und neu zusammenzusetzen.  Modernes Modedesign als fluide Ausdrucksform.

 

Die Ausstellung Unlabel – Mode jenseits von Kategorien  und viele damit verbundene Aktivitäten finden bis 29.9.2019 im Toni-Areal statt:   http://www.museum-gestaltung.ch

Die Fotos wurden dort gemacht, diejenigen mit schlechter Qualität sind aus dem Video abfotografiert.

 

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