Sukkulenten: Exzellenz im Ueberleben

In einem Kunst- und Kulturblog einen Beitrag über Pflanzen zu lesen, wirkt befremdlich. Doch der Klimaerwärmung wegen werden sich unsere Flora und Fauna zukünftig verändern und wir und unser Leben mit ihnen. Deshalb dachte ich, ich schreibe mal über diejenige Pflanzenart, die unter extremsten Bedingungen überleben kann, die Sukkulenten.

Pflanzen sind im Gegensatz zu uns Menschen und den Tieren ortsgebunden. Sie können, falls längere Zeit kein Regen fällt, nicht mal kurz umsiedeln an einen feuchteren Ort. Und doch, überall auf dieser Erde wachsen Pflanzen, in den Tiefen der Meere bis auf hohe Berge. Dies, weil sie sich während der Evolution den unterschiedlichen Gegebenheiten angepasst haben.

Sukkulenten sind Pflanzen, die sich an extreme Bedingungen angepasst haben. Sukkulenz heisst die Fähigkeit, Wasser zu speichern.  Sie sind also in der Lage, in Gebieten mit periodischem Wassermangel zu überleben:  in Halbwüsten, Steppen oder Felsspalten im Hochgebirge. Während der kurzen Regenzeit müssen die Wasserspeicher aufgefüllt werden. Und in dieser Zeit wächst die Pflanze auch, macht Blüten und den Fruchtansatz.

Die Anpassungen, um wiederholte Trockenperioden zu überleben, sind unterschiedlich: Die Sukkulenten speichern ihr Wasser in den Blättern, im Stamm oder in den Wurzeln solange es regnet oder die Böden noch feucht sind. Während der Trockenzeit kann die Pflanze dann auf dieses Reservoir zurückgreifen. Kakteen zum Beispiel speichern das Wasser in ihren verdickten Stämmen, deshalb sind diese auch grün geworden und haben die Funktion der Blätter übernommen. Blätter selbst bilden sie kaum, da über die Blätter zuviel Wasser verdunsten würde.IMG_1505

Andere Sukkulenten speichern das Wasser in den Bättern, wie die Aloe. Deren Blätter sind dann aufgrund der Wasserspeicherung dick und fleischig.

Alle Pflanzen benötigen zum Wachstum Wasser, Licht, Nährstoffe und Kohlendioxid. Von letzterem ist immer genügend vorhanden. Wenn aber einer der anderen Komponenten unzureichend ist, sind die Pflanzen in ihrem Wuchs behindert. Deshalb bleiben sie an kargen Trockenstandorten mickrig, obwohl viel Sonne vorhanden wäre.

Mehrjährige Pflanzen möchten den besiedelten Platz behalten und nicht von benachbarten Pflanzen überwuchert werden. Einige kriechen dafür oberirdisch, einige unterirdisch wie verschiedene  Kakteen. Es gibt auch Kakteen, die durch Anlehnen in die Höhe klettern.

Pflanzen müssen neuen Raum erobern. Sie entwickeln dafür zum Beispiel Flugsamen oder Flugfrüchte, die entweder durch Winde oder Vögel verbreitet werden. Die Vögel essen die Früchte und scheiden die Samen aus. Ein Beispiel ist der Spaghettikaktus, dessen süsse, weisse Beeren die Vögel verzehren und eine Viertelstunde später  mit dem Kot die Samen loslassen. Anscheinend existieren sogar Sukkulenten die explodierende Früchte entwickeln. Während des Reifungsprozesses wird eine Spannung in der Fruchtwand aufgebaut, die sich nach der Reifung durch eine Berührung explosionsartig entlädt.

All diese vielfältigen Strategien der Sukkulenten zu überleben und sich zu vermehren werden in der Sukkulenten-Sammlung in Zürich ausführlich dargestellt.IMG_1501

Sukkulenten sind für uns auch sehr nützlich als Nahrungsmittel, Medizin, Farbe, Kosmetika, Seile oder Gewebe. Und mit ihrem farbigen Blumenschmuck erfreuen sie uns.

 

 

In der Schweiz leben wir in einem „Wasserschloss“ und momentan sind Sukkulenten exotische Pflanzen für MitteleuropäerInnen. Mit der zunehmenden Erderwärmung werden zukünftige Generationen aber von ganz anderen Pflanzen als den heutigen umgeben sein. Wer weiss!

http://www.stadt-zuerich.ch/sukkulenten

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